Hier beginnt der Hauptinhalt dieser Seite

Innovationen für den Maisanbau von morgen Inno-Update

Wie Forschung den Maisanbau nachhaltiger macht: Zwei Projekte im Programm zur Innovationsförderung des BMLEH zeigen neue Wege für Umwelt- und Ertragssicherung.

Maisfeld © Adam über Pixabay
© Adam über Pixabay

Biologische Regulierung des Drahtwurms

Drahtwürmer, die Larven des Schnellkäfers, verursachen Fraßschäden am Saatgut sowie an den Wurzeln und der Stängelbasis von Maiskeimlingen. Dies führt zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten im Anbau. Da derzeit keine ausreichend effektiven Bekämpfungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wird im Vorhaben AttraCorn eine biologische Regulierung des Drahtwurms im Maisanbau mittels einer Attract-and-Kill-Strategie entwickelt. Aufbauend auf dem Vorgängerprojekt „ATTRACAP“, aus dem bereits eine Notfallzulassung zur Regulierung von Drahtwürmern an Kartoffeln, Spargel und Süßkartoffeln hervorgegangen ist, wird nun zu einem alternativen Einsatz in Mais geforscht. „ATTRACAP“ nutzt die Eigenschaft von CO2 als Attract-Komponente zur Anlockung von Drahtwürmern im Boden und setzt einen insektenpathogenen Pilz als Kill-Komponente ein. 

In Mais lässt sich das Verfahren jedoch nicht direkt anwenden, da hier - anders als bei Kartoffeln - bereits der Auflauf und nicht erst das Erntegut vor Drahtwürmern geschützt werden muss. In „AttraCorn“ werden daher neue, speziell auf Mais abgestimmte Lockstoffe für Drahtwürmer untersucht. Prof. Michael Rostás (Georg-August-Universität Göttingen), der an beiden Projekten beteiligt ist, erläutert dies im Fernsehbeitrag von Quarks „Stabiler Untergrund: Wie sehr wir den Erdboden unterschätzen (Beitrag ab Minute 18:00 bis 25:50).

Die neu identifizierten Wurzelduftstoffe zeigen großes Potential, um die Lockwirkung der Kapseln zu steigern. Zudem werden weitere erfolgsversprechende Ansätze verfolgt, um Wirkungssicherheit und Geschwindigkeit zu erhöhen und damit eine effiziente biologische Drahtwurmregulierung im Mais zu ermöglichen.

Praxistaugliches Verfahren für Untersaaten

Auch das Vorhaben Maisuntersaat-easy zeigt, wie Forschung dazu beiträgt, den Maisanbau umweltschonender und zukunftsfähiger zu gestalten. Ziel des Projekts war es, ein Verfahren zu entwickeln, das Boden und Grundwasser durch die gezielte Einsaat von Gräsern in Maisfelder besser schützt und dabei gleichzeitig einfach und wirtschaftlich bleibt. Das Prinzip ist grundsätzlich bekannt und wird als Untersaat bezeichnet. Allerdings verursacht dieses Verfahren zusätzliche Kosten und kann den Maisertrag mindern, wenn die Pflanzen miteinander konkurrieren. Diese Nachteile können mit der im Projekt entwickelten Lösung vermieden werden. Heinrich Spitz (aquAgrar) und Prof. Harald Laser (FH Südwestfalen) haben das Verfahren optimiert und validiert: Die Verfahrenskosten wurden gesenkt, indem die Aussaat der Grassamen gleichzeitig mit der Maissaat und nur zwischen den Maisreihen erfolgt, so dass der Mais ohne Konkurrenz ins Wachstum startet. Eine langsam wachsende Rotschwingel-Sorte als Untersaat und eine abgestimmte Unkrautregulierung ermöglichen hohe Maiserträge. Zur Ernte sorgt die zwischen den Reihen entstandene Grasnarbe für eine verbesserte Befahrbarkeit und schützt den Boden. Bleibt die Untersaat über den Winter stehen, wird zudem die Nitratauswaschung ins Grundwasser reduziert. Die erforderliche Sätechnik für die Untersaat kann an vorhandenen Maissämaschinen nachgerüstet werden. Eine Markteinführung ist bereits in Vorbereitung.