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Jahresrückblick 2025: Innovationen mit Zukunft Inno-Update

2025 war für die Innovationsförderung des BMLEH ein Jahr voller neuer Impulse, praxisnaher Ergebnisse und vielversprechender Zukunftsperspektiven. Davon zeugen Auszeichnungen, erfolgreiche Markteinführungen und Veranstaltungen.

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In über 40 Artikeln allein auf der Homepage der Innovationsförderung wurde 2025 von den Erfolgen des Innovationsprogramms des BMLEH berichtet. Vom Vermarktungsstart allergikerfreundlicher Äpfel oder schädlingsabwehrender Rapsuntersaat über innovative Skizzen im Bereich Pflanzenproduktion und Tierhaltung bis hin zum Austausch und Transfer auf den Öko-Feldtagen, dem Tag der offenen Tür im BMLEH, der Agritechnica und vielen mehr – die Innovationsförderung bringt Innovationen voran. 

Zum Jahresende blicken wir auf die Highlights unseres Förderprogramms. 

Schädlingsabwehr durch Untersaat – Natürliche Lösung für den Rapsanbau

Basierend auf den Ergebnissen des Innovationsprojekts „RapsOP“ wurde die nun am Markt erhältliche Untersaatmischung ProGreen® Untersaat Raps Schädlingsprotect entwickelt. Zum Schutz von Rapspflanzen wurde die neue Saatgutmischung bereits für mehrere tausend Hektar verkauft und damit erste Erlöse erzielt.

Im Mittelpunkt des innovativen Verbundprojekts stand die Idee, sogenannte Opfer- oder Begleitpflanzen einzusetzen, die ebenfalls attraktiv für Rapsschädlinge sind. Diese Pflanzen sollen Schadinsekten anziehen oder verwirren, sodass der Raps selbst weniger stark befallen wird. Die Fachhochschule Südwestfalen testete gemeinsam mit dem Unternehmen Feldsaaten Freudenberger neben Markstammkohl und Rübsen auch Leindotter, Öllein, Buchweizen, Boxhornklee und Gartenkresse. Die Pflanzen wurden in verschiedenen Kombinationen mit Raps gemischt oder in Streifen zwischen den Rapsparzellen gesät. Weiterhin wurde untersucht, ob sich durch die eingesetzten Begleitpflanzen auch die Anzahl und Aktivität von Bestäubern auf den Versuchsparzellen erhöhen lässt. 

Die Ergebnisse zeigten: Beisaaten haben das Potential, den Schädlingsbefall im Raps zu verringern, ohne negative Auswirkungen auf den Ertrag. Weiterhin wurden positive Effekte der Begleitpflanzen als Nahrungsquelle für Bestäuberinsekten, für den Erosionsschutz und den Humusaufbau beobachtet.

Robuster E-Traktor mit innovativem Batteriewechsel- und Energiemanagementsystem

Der Traktor „Onox“ steht für eine neue Generation von Landtechnik: vollelektrisch, leistungsstark und konsequent auf die Bedürfnisse der Landwirtschaft ausgerichtet. Mit einer Dauerleistung von 70 bis zu 90 PS, allen gängigen Anbau- und Steueranschlüssen sowie einem durchdachten Design setzt ONOX neue Maßstäbe für Effizienz und Praxistauglichkeit. Kern des Systems ist das modulare Batteriewechselsystem, welches im Projekt „FlexETractor“ gefördert wurde. Jede Wechselbatterie hat eine Kapazität von 30 kWh und kann vom Fahrer in weniger als fünf Minuten werkzeuglos getauscht werden. So bleibt der Traktor auch bei langen Arbeitstagen ohne Ladepausen einsatzbereit. Ergänzt wird das System durch eine intelligente Ladeinfrastruktur. Möglich wurde das Projekt durch die Zusammenarbeit der Firmen Raumideen und Ansmann sowie der Technischen Universität München.

Der „FlexETractor“ wurde vielen Interessierten und Pressevertretern auf der Agritechnica 2025 vorgestellt und auch Bundesminister Alois Rainer nahm Platz in der ONOX-Fahrerkabine. Außerdem erhielt das Projekt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Produkt im Transformationsfeld Klima (zur Jurybegründung).

Auf der Grünen Woche 2026 wird der „FlexETractor“ als ein „Flagship“ in der Halle des BMLEH zu sehen sein.

Neu in der Innovationsförderung: Innovationen für eine zukunftsfähige Seefischerei

Das Innovationsprogramm kann durch die Bereitstellung von Mitteln aus dem Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) zukünftig auch Projekte zur Förderung der nachhaltigen Seefischerei – unter Senkung ihres ökologischen Fingerabdrucks – unterstützen. Diese sollen die Transformation hin zu einer umweltschonenden Fischereiwirtschaft in der Nord- und Ostsee fördern und die Akzeptanz des Offshore-Ausbaus stärken.

Bisher wurden drei neue Projekte mit dem Schwerpunkt „marine Aquakultur“ bewilligt, die über Mittel des WindSeeG finanziert werden. Diese umfassen unter anderem die Anpassung und Optimierung des Shellfish Towers zur nachhaltigen Muschelkultur an den deutschen Küsten (MUSCHEL), sowie die Entwicklung biologisch abbaubarer Saatleinen für die Algenzucht und angepasste Aufzuchttechnologien (baSal).

Ein weiteres Highlight ist das Projekt TeSSa, das von ZosteraTec UG und A.H. Meyer Maschinenfabrik GmbH durchgeführt wird. Ziel ist die umweltgerechte, betriebswirtschaftlich rentable Aquakultur-Technologie zur Gewinnung von Seegraspflanzen und -saatgut der Art Zostera marina zur Aufforstung von Seegraswiesen. Seegras spielt eine zentrale Rolle im Ökosystem Meer, indem es CO2 bindet, die Wasserqualität verbessert und die Küsten vor Erosion schützt. Neben der „marinen Aquakultur“ wurde 2025 mit der Veröffentlichung einer neuen Bekanntmachung ein Fokus auf innovative Fanggeräte und -methoden für eine umweltschonendere und nachhaltigere Seefischerei gelegt.

Vernetzung und Transfer zu alternativen Proteinquellen und zur Reduzierung von Kunststoffverpackungen

In 2025 boten sich spannende Einblicke in die Vernetzungs- und Transfermaßnahmen von PIONEER und des RePack-Netzwerks. 

Ende Juni 2025 gab die Auftaktveranstaltung von PIONEER den offiziellen Startschuss, um Projekte zur Erschließung und zum Einsatz alternativer Proteinquellen für die menschliche Ernährung zusammenzubringen. Bei der Veranstaltung kamen Teilnehmende aus 27 zukunftsweisenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten, Industrie, Forschung sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden und Politik zusammen, um sich zu vernetzen. Erste Ergebnisse der begleiteten Projekte wurden im Oktober auf der ANUGA 2025 in Köln präsentiert, der weltweit größten Fachmesse für Lebensmittel und Getränke. Die vorgestellten Themen, darunter pflanzliche Alternativen, Insektenproteine und fermentierte Lösungen, stießen auf großes Interesse und eröffneten spannende Perspektiven für eine nachhaltige Proteinversorgung. 

Nach dem erfolgreichen Stand auf der FachPack im September 2025 präsentierte das RePack-Netzwerk im November im Rahmen der Abschlussveranstaltung innovative Projekte zur Reduzierung von Kunststoffverpackungen entlang der Lebensmittelkette und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Politik, Forschung, Wirtschaft und Verbrauchenden. Die Veranstaltung hob die Notwendigkeit hervor, nachhaltige Verpackungslösungen durch Vernetzung und Wissenstransfer voranzutreiben, um die Herausforderungen in der Branche zu meistern.

Ausblick auf 2026 – 20 Jahre Innovationsförderung

Wir blicken auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr 2025 zurück und freuen uns auf unser 20-jähriges Jubiläum im kommenden Jahr, das wir auch mit den Innovationstagen vom 3. bis 4. November 2026 in Berlin begehen werden.

Die Innovationsförderung wünscht Ihnen besinnliche Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr!