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Die Innovationsförderung macht es möglich: Allergikerfreundliche Äpfel feiern Marktpremiere Inno-Leuchtturm

Die ersten beiden Apfelsorten, die von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung als allergikerfreundlich zertifiziert wurden, werden ab dem 15. November 2025 unter dem Markennamen „Pompur“ im Handel erhältlich sein.

Zwei Pompur Äpfel an einem Apfelbaum © Hochschule Osnabrück
© Hochschule Osnabrück

Die Innovationsförderung trägt Früchte: zwei neue Apfelsorten, die auch von Apfelallergiker gut vertragen werden, sind das Ergebnis einer transdisziplinären Zusammenarbeit der Hochschule Osnabrück, der Technischen Universität München, der Charité Berlin und der Züchtungsinitiative Niederelbe. Von 2016 bis 2021 wurde das Innovationsprojekt „All-Arm – Züchtung allergenarmer Äpfel“ über die Deutsche Innovationspartnerschaft Agrar (DIP) im Programm zur Innovationsförderung des BMLEH gefördert. Mit Erfolg – die Einführung in den Handel bringt Apfelgenuss für viele Allergiker.

Was macht einen allergikerfreundlichen Apfel aus?


Eine Apfelallergie wird in der Regel durch Birkenpollen ausgelöst. Äpfel und weitere Nahrungsmittel enthalten sehr ähnliche Proteine, auf die das Immunsystem ebenso reagiert (Kreuzallergie). Das Hauptallergen im Kulturapfel wird als „Mal d 1“ bezeichnet. Ein allergikerfreundlicher Apfel zeichnet sich durch einen sehr niedrigen Gehalt dieses Proteins aus.

Um eine solche Sorte aus dem großen Sortiment der Züchtungsinitiative Niederelbe zu finden, wurde im Projekt „All-Arm“ zunächst ein eigenes Verfahren entwickelt, womit eine große Anzahl an Früchten kostengünstig und schnell hinsichtlich ihrer Allergen-Gehalte getestet werden konnte. Mithilfe des erfolgreich entwickelten ELISA-Verfahrens (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay), konnten über mehrere Jahre geeignete Apfelklone selektiert werden. 

Parallel zu agrarwissenschaftlichen Untersuchungen der Hochschule Osnabrück und der Bestimmung des „Mal d 1“-Gehaltes in den Laboren der Technischen Universität München fanden klinische Untersuchungen zur Allergenität der selektierten Apfelklone am Institut für Allergieforschung der Charité Berlin statt. Zwei Sorten, die von Probanden gut vertragen wurden und geschmacklich hervorragend sind, kommen nun in den Handel. 

Für über 3,5 Millionen Menschen in Deutschland, die unter einer Apfelallergie leiden, ist das eine gute Nachricht. Die neuen Sorten sind für die meisten von ihnen verträglich, dies bestätigen die klinischen Tests. Da die Apfelsorten jedoch nicht vollständig allergenfrei sind, kann die Verträglichkeit bei sehr stark ausgeprägten Allergien herabgesetzt sein. 

Vertrieb allergikerfreundlicher Äpfel läuft an

In den letzten Jahren erfolgte die Vermehrung und Anzucht mehrerer hunderttausend Apfelbäume der neuen Sorten durch die Züchtungsinitiative Niederelbe. Der Ertrag in diesem Jahr ist allerdings noch überschaubar. Die Bäume wachsen noch und werden erst in den kommenden Jahren in den Vollertrag kommen. Trotzdem haben mehrere Vertriebspartner die Äpfel bereits in ihr Sortiment aufgenommen. Weitere Informationen zu „Pompur“ finden Sie auf der Homepage www.pompur.de .